Wer zum Teufel ist …

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Hannes Scholly

Ich bin ein bekennendes norddeutsches Landei.

Geboren wurde ich 1969 in Flensburg. Das ist die schleswig-holsteinische Stadt, die direkt an die dänische Grenze geklebt ist. Viel norddeutscher kann man also nicht geboren werden. Abgesehen von einem kurzen Intermezzo in der Metropole Flensburg habe ich immer auf dem Dorf gelebt und werde das auch für den Rest meines Lebens tun. Ich habe beruflich zwar oft weiter im Süden-  in Kiel oder gar in Hamburg – zu tun, aber Orte mit mehr als 2500 Einwohnern, wo man nicht jeden kennt und grüßt, beunruhigen mich. Norddeutsches Landei eben.

Warum trotzdem einige meiner bisherigen Geschichten eher in Städten spielen, kann ich auch nicht erklären. Ich schreibe also von Dingen, von denen ich definitiv keine Ahnung habe. Aber ich betrachtet das selbstbewusst: Ich lasse mir meine Meinung doch nicht durch Fakten kaputt machen!

Nach der Schule war ich kurze Zeit der Ansicht, dass ich Lehrer werden könnte. Zehn freizeitlastige Semester später hatte ich das Erste Staatsexamen an der Flensburger Uni und die Gewissheit in der Tasche, dass ich besser keine Lehrer werden sollte. Ist besser für alle Beteiligten. Stattdessen hängte ich noch ein paar freizeitlastige Semester an der Uni dran und promovierte in Geschichte über die Vergangenheitsbewältigung nach der NS-Zeit.

Als sich der Start ins Berufsleben partout nicht weiter hinauszögern ließ, machte ich ein Volontariat und wurde Redakteur bei einer Tageszeitung . Wo? Na klar, in Flensburg. Nach einigen Jahren als Politik- und Nachrichtenredakteur im Post-Barschel -und Heidemörder-Land verschlug es mich dann in die große weite Welt nach Kiel. Als Pressesprecher eines Ministeriums war ich leider so passend wie der Papst als OP-Schwester in einer Abtreibungsklinik. Also endete das Experiment schon bald und seitdem mache ich in meinem wahrem Leben Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in der IT-Branche.

Dass ich dann irgendwann der latenten Neigung nachgegeben habe, neben dem ganzen ernsten beruflichen Schreibkram auch mal was Unterhaltsames in mein iPad zu tippen, ließ sich irgendwann nicht mehr verhindern. Warum das bis zu meinem 47. Lebensjahr gedauert hat, ist mir auch ein Rätsel. Aber irgendwann mussten die schrägen Geschichten über skurrile norddeutsche Typen  ja mal raus aus dem Kopf. Um Platz für neue zu schaffen. Schließlich trifft man im Alltag täglich jede Menge interessanter Menschen, die mal eine Geschichte wert wären.